
Tagebuch Sarah Spoettl
Samstag 26.12.2009

Konvoi Bulgarien
Am Freitag, 26. Dez. 2009 starteten die Allgäuer Trucks – beladen mit unzähligen Paketen – um 6:30Uhr. Bei schönstem Sonnenschein konnte die Strecke über München-Salzburg-Linz-Wien problemlos gemeistert werden. Gegen 16Uhr passierten die vier LKWs bereits die österreichisch-ungarische Grenze.
Um zeitaufwendige Grenzkontrollen in Kroatien und Serbien zu umgehen, wurde die Strecke über Budapest nach Rumänien gewählt. Über Arad, Craiova führt der Weg dann über die Donau nach Bulgarien. Ziel der Trucks ist die Gegend um den bulgarischen Ort Supareva Banja – ca. 50km südlich von Sofia.
Neben zwei Fahrern der bayerischen Malteser sind die Allgäuer Hermann Kennerknecht (THW), Thomas Doff (Feuerwehr), der Transportunternehmer Harald Theobald, Sarah Spöttl (THW) sowie Carmen Vollkomm und Michaela Haug (Allgäu Medical Service) auf dem Weg, die Pakete der Allgäuer Spender an Ihr Ziel zu bringen. In Bulgarien werden die Lebensmittelpakete direkt an bedürftige Kinder und Familien verteilt.
Ebenfalls am zweiten Weihnachtsfeiertag starteten die Trucks in das rund 1500km entfernte Gaesti/ Rumänien. Unter Führung der Malteser werden auch hier die Pakete wieder direkt an Menschen verteilt, die vor allem in abgelegenen Bergdörfern, weit unter der Armutsgrenze leben. 
Sonntag, 27.12.2009
Bei strömendem Regen, teilweise Schneeregen erreichen die vier Trucks am Abend des 27. Dezember die Fähre bei Bechet. Mit der Überquerung der Donau wird auch die rumänisch-bulgarische Grenze passiert. Schlechte Strassen, Schlaglöcher (teilweise reifentief) und enorme Spurrillen sind an der Tagesordnung. Die Ausläufer des Balkangebirges sind glücklicherweise nur leicht verschneit und werden somit problemlos gemeistert.

Montag, 28.12.2009
Planmäßig erreicht der Konvoi am Vormittag des 28. Dezembers das Zielgebiet rund 50km südlich von Sofia. Die Verteilung beginnt…

Am 28. und 29.12. werden die Päckchen direkt an bedürftige Menschen verteilt. Das Team fährt von Dorf zu Dorf und gibt die willkommenen Lebensmittel direkt an bedürftige aus. In der kalten Winterzeit haben es die Menschen besonders schwer. Viele haben keine Arbeit, die alten Menschen, die ihr Leben lang gearbeitet haben, bekommen gerade mal EUR 12,- Rente im Monat.
Die Freude der Menschen über die Päckchen aus dem Allgäu ist riesig. Verteilt wird auch in einem Kinderheim, einem Altersheim und in einem Heim für psychisch Kranke. Gerade hier sind die Zustände verherrend. Regelrecht abgeschoben und fern der Zivilisation sind Menschen in 10-Bett Zimmern untergebracht. Das Haus ist schwer zu erreichen – ein Schotterweg, der mit dem LKW nicht zu passieren ist, führt zu dem Heim. Die Speisekammer ist nahezu leer. Die Lebensmittel aus dem Allgäu werden auch hier dringend benötigt.
Am Abend des 29.12.09 machen sich die Allgäuer Helfer auf den Heimweg. Mit der Fähre geht es über die Donau nach Rumänien, weiter durch Ungarn nach Österreich. Das Team hat Glück: Das Wetter hält sich gut. Teilweise regnet es zwar stark – der befürchtete Schnee bleibt jedoch aus.
Sylvester feier die „Allgäu packt´s“-Trucker im österreichischen Linz. Am Nachmittag des 01. Januar 2010 erreicht das Team wohlbehalten das Allgäu.
Das Aktionsbündnis Allgäu bedankt sich bei allen Spendern und Unterstützern der Aktion „Das Allgäu packt´s“.
Nur mit Hilfe der unzähligen Allgäuer Päckchenpacker ist es überhaupt möglich, Hilfe zu leisten und den Ärmsten der Armen in Europa eine kleine Weihnachtsfreude zu bereiten und auch das Überleben ein Stück weit zu sichern.

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